Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
Regenwasser soll in der Stadt St.Gallen vermehrt zurückgehalten werden.
Erstmals liegt eine Übersicht darüber vor, wie Regen-, Trink- und Abwasser durch das Siedlungsgebiet der Stadt St.Gallen fliessen. Trinkwasserversorgung und Abwasserreinigung funktionieren auf hohem Niveau – beim Umgang mit Regenwasser hingegen besteht Verbesserungspotenzial.
Abwasser Grundlage der Analyse sind Daten aus der Trinkwasserversorgung, der Abwasserreinigung sowie meteorologische Messungen und Abschätzungen. Erarbeitet wurde sie in Zusammenarbeit mit dem Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute. Daraus wird sichtbar, wie Wasser in der Stadt genutzt, verteilt und wieder in die Gewässer zurückgeführt wird. Die mit Abstand grösste Wassermenge stammt aus dem Niederschlag. Jährlich fallen rund 24,6 Millionen Kubikmeter Regen auf die Siedlungsfläche der Stadt – das entspricht etwa 10'000 olympischen Schwimmbecken. Ein Teil davon verdunstet oder versickert, doch fast ein Drittel gelangt in die Kanalisation. Besonders bei Starkregen wird dies zum Problem. Wenn Regen- und Abwasser gemeinsam in der Kanalisation fliessen und das System bei grossen Regenmengen entlastet werden muss, gelangen jährlich rund, 2 Millionen Kubikmeter verdünntes Mischabwasser in die Gewässer. Dieses Wasser kann dabei nur noch grob gereinigt werden – im Gegensatz zum regulär in den Kläranlagen behandelten Abwasser, das die Gewässer effektiv schützt. Ein weiteres Problem betrifft sogenanntes Fremdwasser: Rund 1,7 Millionen Kubikmeter sauberes Wasser gelangen jedes Jahr über undichte Leitungen oder Drainagen in die Kanalisation und müssen dort unnötig mitgereinigt werden. Auf der anderen Seite zeigt die Analyse, dass zentrale Teile des Systems sehr effizient funktionieren. Jährlich werden 6,4 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Bodensee zu Trinkwasser aufbereitet und über das städtische Leitungsnetz verteilt. Der Wasserverlust liegt dabei bei weniger als zwei Prozent – ein Wert, der schweizweit eine Spitzenposition darstellt. Langfristig soll mehr Regenwasser dort zurückgehalten werden, wo es anfällt – durch Versickerungsflächen, Grünräume oder getrennte Entwässerungssysteme. Dies ist Teil des Konzepts der Schwammstadt, die Regenwasser speichert, versickern oder verdunsten lässt, anstatt es in die Kanalisation abzuleiten. Auch dezentrale Rückhaltebecken tragen dazu bei, die Gewässer bei Regen besser zu schützen. Im ehemaligen Kino Rex wurde ein solches Becken bereits realisiert, weitere sind auf dem Marktplatz und im Kantonsschulpark geplant. Um den Umgang mit Regenwasser breiter zu verbessern, hat das Stadtparlament 2022 einen Schwammstadt Fonds beschlossen. Seit der Einführung wurden rund 1,2 Millionen Franken an Fördergeldern ausbezahlt oder zugesagt. Private können über www.stadtsg.ch Beiträge beantragen. Der Fonds übernimmt bis zu 50 Prozent der Projektkosten für Massnahmen wie Entsiegelungen oder Begrünungen, die dazu beitragen, Regenwasser zurückzuhalten und den natürlichen Wasserkreislauf lokal zu schliessen.
pd
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